International Booker Prize 2024: Jenny Erpenbeck gewinnt mit 'Kairos'
Jenny Erpenbeck hat den International Booker Prize 2024 gewonnen. Ausgezeichnet wurde die englische Ausgabe ihres Romans Kairos, die in der Übersetzung von Michael Hofmann bei Granta Books erschienen ist. Die Preisverleihung fand am 21. Mai 2024 in der Tate Modern in London statt.
Der International Booker Prize ehrt jedes Jahr ein ins Englische übersetztes Werk und ist mit 50.000 Pfund dotiert. Das Preisgeld wird zu gleichen Teilen zwischen Autorin und Übersetzer aufgeteilt. Den Vorsitz der Jury hatte 2024 die kanadische Rundfunkjournalistin Eleanor Wachtel. Nach Angaben der Booker Prize Foundation ist Erpenbeck die erste deutsche Schriftstellerin, die den Preis erhält; Hofmann ist der erste männliche Übersetzer, der ihn gewinnt.
Kairos erzählt von einer Liebesbeziehung zwischen einer jungen Frau und einem deutlich älteren Mann im Ost-Berlin der späten 1980er Jahre. Die private Geschichte ist eng mit dem Zerfall der DDR verwoben. Im deutschen Original war der Roman 2021 im Penguin Verlag erschienen; die deutsche Taschenbuchausgabe ist dort inzwischen ebenfalls lieferbar.
Auf der Shortlist standen neben Kairos fünf weitere Titel: Not a River von Selva Almada (übersetzt von Annie McDermott), The Details von Ia Genberg (Kira Josefsson), What I'd Rather Not Think About von Jente Posthuma (Sarah Timmer Harvey), Mater 2-10 von Hwang Sok-yong (Sora Kim-Russell und Youngjae Josephine Bae) sowie Crooked Plow von Itamar Vieira Junior (Johnny Lorenz).
Erpenbeck, 1967 in Ost-Berlin geboren, hatte bereits zuvor internationale Aufmerksamkeit erhalten; ihre Bücher liegen laut Universität Tübingen in mehr als 30 Sprachen vor. Zu ihren früheren Romanen zählen Heimsuchung, Aller Tage Abend und Gehen, ging, gegangen.
Quellen: thebookerprizes.com, idw-online.de
