Juli Zeh als Verfassungsrichterin: Wenn Literatur auf Recht trifft
Juli Zeh hat offiziell ihr Amt als ehrenamtliche Richterin am Verfassungsgericht des Landes Brandenburg angetreten. Die promovierte Juristin und Bestsellerautorin bringt damit ihre beiden Leidenschaften – Recht und Literatur – auf ungewöhnliche Weise zusammen.
Zehs Doppelrolle als Schriftstellerin und Richterin ist einzigartig in der deutschen Kulturlandschaft. In ihren Romanen, zuletzt 'Über Menschen' und 'Zwischen Welten', hat sie immer wieder juristische und gesellschaftliche Fragen verhandelt. Nun kann sie diese Themen auch auf der institutionellen Ebene mitgestalten.
Die Berufung wurde in der Literaturszene mit Interesse aufgenommen. Manche Kommentatoren sehen darin eine Stärkung des Gerichts, andere fragen sich, ob die richterliche Unabhängigkeit mit der literarischen Meinungsfreiheit kollidieren könnte.
Zeh selbst sieht keinen Widerspruch: 'Als Juristin und als Autorin bin ich es gewohnt, verschiedene Perspektiven einzunehemen und abzuwägen. Das ist im Grunde dasselbe.'
Quelle: Die Zeit
