Benedict Wells legt mit 'Die Geschichten in uns' sein erstes Sachbuch vor
Nach dem Roman Hard Land hat Benedict Wells ein Buch veröffentlicht, das keinen Roman erzählt, sondern vom Erzählen selbst handelt. Die Geschichten in uns. Vom Schreiben und vom Leben ist am 24. Juli 2024 im Diogenes Verlag erschienen. Die Leinen-Ausgabe hat 400 Seiten, trägt die ISBN 978-3-257-07314-0 und kostet 26 Euro. Parallel gibt es das Buch als E-Book und als Hörbuch-Download.
Der Verlag beschreibt den Band als eine Mischung aus persönlichem Rückblick und Werkstattbericht: Wells erzählt von seiner Kindheit und Jugend bis zu den ersten Veröffentlichungen und erklärt an eigenen Texten, wie Figuren entstehen, wie Spannung aufgebaut wird und wie man mit Rückschlägen umgeht. Laut einem Beitrag von SRF Kultur vom 25. Juli 2024 enthält das Buch auch frühere, überarbeitete Fassungen von Passagen aus Vom Ende der Einsamkeit und Hard Land, an denen der Autor seinen Arbeitsprozess sichtbar macht. Als literarische Bezugspunkte nennt der SRF-Beitrag unter anderem John Irving, Carson McCullers und John Green.
Im Interview mit dem Börsenblatt vom 1. August 2024 sprach Wells über seine Arbeitsweise, die Rolle von Testlesern und seiner Lektorin Ursula Baumhauer sowie über den Einfluss filmischer Schnitttechniken auf seine Prosa. Als Vorbilder nannte er dort neben Irving und McCullers auch Kazuo Ishiguro und Jeannette Walls. Der Diogenes Verlag begleitete das Erscheinen mit einem zweiteiligen Autorengespräch auf seinem Blog, in dem Wells im August 2024 unter anderem über eine mögliche Fortsetzung von Hard Land sprach.
Wells, 1984 in München geboren und heute in Zürich lebend, hatte 2016 mit Vom Ende der Einsamkeit den Literaturpreis der Europäischen Union erhalten; Hard Land wurde 2022 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. Die Geschichten in uns ist sein siebtes Buch bei Diogenes und das erste, das ausdrücklich als Sachbuch angelegt ist.
Quellen: diogenes.ch, srf.ch, boersenblatt.net, benedictwells.de
