Zum 75. Geburtstag: Murakamis 'Die Stadt und ihre ungewisse Mauer' erscheint auf Deutsch
Der DuMont Buchverlag hat am 12. Januar 2024 die deutsche Ausgabe von Haruki Murakamis Roman Die Stadt und ihre ungewisse Mauer veröffentlicht. Der Erscheinungstag fiel auf den 75. Geburtstag des japanischen Autors. Die Übersetzung stammt wie bei allen aktuellen Murakami-Ausgaben des Kölner Verlags von Ursula Gräfe. Die gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, Prägung und Lesebändchen umfasst 634 Seiten und kostet 34 Euro (ISBN 978-3-8321-6839-1); das E-Book ist für 27,99 Euro erhältlich.
Das japanische Original Machi to sono futashika na kabe war im April 2023 bei Shinchosha erschienen. Der Roman greift einen Stoff auf, den Murakami bereits 1980 als Erzählung in der Literaturzeitschrift Bungakukai veröffentlicht hatte, mit dem er aber unzufrieden geblieben war. Motive der ummauerten Stadt hatte er später in Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt weiterentwickelt; die neue Fassung entstand ab 2020.
Erzählt wird in drei Teilen die Geschichte eines namenlosen Ich-Erzählers, der sich mit siebzehn in ein Mädchen verliebt und ihr in eine von Mauern umschlossene Stadt folgt, deren Bewohner ihre Schatten zurücklassen müssen. Dort arbeitet er als Traumleser in einer Bibliothek. Zurück in der Außenwelt übernimmt er später die Leitung einer kleinen Bibliothek auf dem Land, wo die Grenze zwischen den Welten erneut durchlässig wird – ein Junge, der dort eine Karte der ummauerten Stadt zeichnet, führt ihn schließlich zurück hinter die Mauer.
Ursula Gräfe übersetzt Murakami seit vielen Jahren direkt aus dem Japanischen; 2019 wurde sie mit dem Noma-Preis für die Übersetzung japanischer Literatur ausgezeichnet. Für DuMont hat sie unter anderem auch Die Chroniken des Aufziehvogels neu übertragen sowie den Erzählband Erste Person Singular und den Band Murakami T übersetzt.
Parallel zum Buch erschien ein Hörbuch, gelesen von David Nathan, als Download für 26,95 Euro und als MP3-CD für 34 Euro. Die Kritik fiel unterschiedlich aus: Während etwa Katharina Granzin in der taz den melancholischen Grundton des Romans hervorhob, bemängelte Ronald Düker in der ZEIT neben bekannten Motiven auch logische Brüche. Eine Taschenbuchausgabe ist inzwischen ebenfalls bei DuMont erschienen.
Quellen: manga-passion.de, de.wikipedia.org, buecher.de
