'Gerechtigkeit': Bernhard Schlink veröffentlicht einen Essay über Gerechtigkeitsarbeit
Der Jurist und Schriftsteller Bernhard Schlink hat ein Sachbuch veröffentlicht. Gerechtigkeit. Ein Essay ist am 25. Februar 2026 im Diogenes Verlag erschienen. Die gebundene Ausgabe umfasst 208 Seiten, trägt die ISBN 978-3-257-07372-0 und kostet 25 Euro; das E-Book (ISBN 978-3-257-61621-7) ist mit 21,99 Euro angegeben.
Nach der Verlagsbeschreibung geht es Schlink nicht um ein ideales Konzept von Gerechtigkeit, sondern um die Frage, wie in konkreten Situationen immer wieder neu nach gerechten Lösungen gesucht werden muss. Diogenes nennt den Text eine Anleitung zur Gerechtigkeitsarbeit angesichts aktueller Herausforderungen wie Kriegen, Klimawandel und Migration. Das Literaturhaus Zürich hebt hervor, dass Schlink seine Überzeugung, Gerechtigkeit bleibe erreichbar, auch auf seine Laufbahn als Jurist zurückführt.
Die Feuilletons griffen das Buch unmittelbar auf. Laut Perlentaucher besprach Gustav Seibt den Essay am Erscheinungstag in der Süddeutschen Zeitung und hob die Analyse hervor, wie Gleichheitsanspruch und Ungleichbehandlung – etwa bei Geschlechterquoten – miteinander in Konflikt geraten. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 9. Mai 2026 lobte Achim Brosch dem Perlentaucher zufolge den pragmatischen, von ideologischen Extremen distanzierten Zugang.
Am 6. März 2026 stellte Schlink den Essay im Literaturhaus Zürich vor; das Gespräch moderierte Nicola Steiner. Schlink, Jahrgang 1944, war Professor für Öffentliches Recht und wurde als Autor mit Der Vorleser (1995) international bekannt. Zuletzt hatte er im Dezember 2023 den Roman Das späte Leben veröffentlicht.
Der Essay erscheint parallel als gebundene Ausgabe und als E-Book und ist über den Buchhandel im gesamten deutschsprachigen Raum erhältlich. Im Vergleich zu Schlinks Romanen ist Gerechtigkeit ein knappes Buch, das laut Perlentaucher-Zusammenfassung der SZ-Kritik den Begriff der Gerechtigkeitsarbeit über soziale und politische Kontexte hinweg durchspielt, dabei aber mit Beispielen gelegentlich sparsam bleibt.
Quellen: diogenes.ch, perlentaucher.de, literaturhaus.ch
